Andrés Heyn nahm im Rahmen eines Berichts über das Album DARK NIGHT OF THE SOUL im Musikexpress 9/09 Stellung zu urheberrechtlichen Fragen.
Die Künstler Dangermouse und Sparklehorse haben in niedriger Auflage ein aufwändiges Buch mit Fotos von David Lynch und einer CD-R veröffentlicht und den beigefügten CD-Rohling mit dem Hinweis
versehen: "Aus rechtlichen Gründen enthält diese CD-R keine Musik.
Nutze sie, wie du magst.". Das Booklet mit der CD-R ist inzwischen ausverkauft. Zwischen Dangermouse und dem Major-Label EMI bestehen rechtliche Streitigkeiten und das Internet erweist sich einmal mehr als neuer (illegaler) Vertriebsweg, wobei hier die Besonderheit besteht, dass der Künstler die User selber verklausuliert zum Download aufgefordert hat und so die EMI direkt schädigt. Dabei ist zu beachten, dass es im Urheberrecht keinen gutgläubigen Erwerb gibt. Hat Danger Mouse also doch noch einen Vertrag mit der Firma EMI, dann können sich die User nicht auf den - ohnehin sehr vage gehaltenen - Hinweis des Künstlers berufen. EMI muss die bestehenden Rechte aber beweisen und eine Rechtsverfolgung gegen den Künstler und/oder die User wäre wegen der vertraglichen Streitigkeiten schwierig und würde sicher auch einen erneuten Imageschaden bei EMI verursachen. Danger Mouse könnte zwar eine Vertragsverletzung durch die Veröffentlichung begangen haben, wobei aber die leere CD-R die Rechtsverfolgung erschwert und von Danger Mouse eine Kündigung des Vertrages durch die EMI gerade gewünscht wird.
Der Artikel endet zutreffend mit dem Fazit: Die unorthodoxe Aktion von Danger Mouse wird die Debatte um Vertriebswege im digitalen Zeitalter neu anfeuern.
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